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Jusos zeigen Flagge gegen NPD- Schulungszentrum Gonzerath :

AntiFa/Migration

Gonzerath. 3.März 2007. Mehr als 2000 Menschen protestierten am 3.März friedlich und engagiert Organisator und Versammlungsleiter Dieter Burgard,MdL konnte viele Jungsozialistinnen und Jungsozialisten aus Rheinland- Pfalz und dem Saarland in Gonzerath zum Protest gegen die Nazis begrüßen, darunter Landesvorsitzende Sonja Pellin.

Auch viele sozialdemokratische Kolleginnen und Kollegen, darunter Bundes- und Landestagsabgeordnete kamen zur Kundgebung. Karl Diller, parlament. Staatssekretär , Landtagspräsident Joachim Mertes, Bettina Brück und Jürgen Noss sowie Kreistagsfraktionsvorsitzender Günter Rösch waren ebenso wie Landesgeschäftsführer Michael Maurer und Regionalgeschäftsführer Jens Rieger bei den Kundgebungsteilnehmern. Bei einem großen Aufgebot von rund 400 Polizeikräften und zahlreichen Medienvertretern riefen die Kundgebungsteilnehmer, die sich unter dem Motto „ kein Nazizentrum in Gonzerath und anderswo ! „ zusammen kamen, immer wieder lautstark: Nazis raus !

Beeindruckend war die Vielfalt der insgesamt 76 Gruppen, Organisationen und Parteien, die geschlossen gegen Rechtsextremismus antraten. So waren bei den offiziellen Unterstützern des Kundgebungsaufrufes neben dem Landesverband der Jusos Rheinland- Pfalz, der SPD Landesverband Rheinland- Pfalz, die SPD - Kreisverbände Bernkastel- Wittlich, Birkenfeld und Trier - Saarburg, sowie die SPD Stadt Trier und u.a. folgende Gruppen: AIDS- Hilfe Trier, Aktion 3 Welt Föhren und Saar, AWO- Ortsverein Hochwald Morbach- Thalfang e.V. und das AWO Kreisjugendwerk Bernkastel- Wittlich, der Bund der katholischen Jugend, das Bündnis für Menschlichkeit und Zivilcourage im Kreis Bernkastel- Wittlich, der Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e.V., die Deutsche Friedensgesellschaft Vereinigte KriegsgegnerInnen, die Deutsch- Israelische Gesellschaft AG Trier, der DGB in der Region Trier, die Evangelische Kirchengemeinde Trier, der Förderverein Gedenkstätte KZ Hinzert e.V., alle Fraktionen des Kreistages Bernkastel- Wittlich, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Trier, die Gewerkschaft der Polizei Rheinland- Pfalz, Luxemburger Gruppen, mehrere Jugendzentren, die Martin- Luther- King- Schule Traben- Trabach, das Morbacher Aktionsbündnis gegen Rechts – ein Zusammenschluss der im Morbacher Gemeinderat vertretenen Parteien und Gruppierungen, die NaturFreunde Rheinland- Pfalz , das Netzwerk für Demokratie und Courage, Pax Christi im Bistum Trier und die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes Rheinland- Pfalz.

Als Vorsitzender des Fördervereins Gedenkstätte KZ Hinzert dankte Dieter Burgard ausdrücklich zu Beginn den Menschen, die schon 2006 als erste auf die Gefahr durch die NPD in Gonzerath hingewiesen haben, dem Bündnis gegen Rechts Trier und Gonzerath. Sie standen in einer kleinen Gruppe am 3.Dezember in Gonzerath und demonstrierten gegen den NPD- Landesparteitag: das Bündnis gegen Rechts wozu auch die Jusos und die SPD Morbach gehören. Er dankte den Bürgerinnen und Bürgern von Gonzerath, die sich mit einer besonderen Demonstration, mit Schildern, Plakaten und Transparenten, klar zum Ausdruck brachten: Jetzt reicht es uns. Wir wollen keine NPD, hier nicht und auch nicht anderswo. Burgard mahnte: „ es ist Zeit, dass Menschen unterschiedlichen Alters, Erfahrung, politischer Einstellung, Glaubens und Herkunft, aus dem Ort , der Region, ja dem ganzen Land Seit an Seit sagen: Wir wollen kein Nazi- Schulungszentrum.
Gerade Menschen, die das Leid im 3.Reich, die die Diktatur der NSDAP erlebt haben und Menschen, die heute bewusst Gedenkstätten der Opfer des Nationalsozialismus besuchen, wie hier im wenigen Kilometer entfernten ehemaligen KZ Hinzert, klingt oft der Satz von Primo Levi in den Ohren: Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen.

Demokraten wollen kein 4.Reich in dem Menschen hierarchisch selektiert werden nach Herkunft, Aussehen, sexueller Orientierung, nach Behinderung oder nach der Religions- oder Volkszugehörigkeit.

Burgard schloss seine Rede : „ Heute treten sie hier als Biedermänner treten auf, schulen in geschlossenen Räumen sich, morgen marschieren sie durch die Straßen, sitzen in Räten; sie sind und bleiben Brandstifter.

Aufstehen gegen Rechts ist ein klares Bekenntnis zu: Nie wieder Faschismus.
Ein klares Bekenntnis für Demokratie.“ Nach Ausführungen vom Bürgermeister der EG Morbach Gregor Eibes prangerte Landtagspräsident Joachim Mertes in einer flammenden Rede die menschenverachtenden Taten der Vorgängerpartei der NPD, der NSDAP im sogenannten „ Dritten Reich“, an. Gedenkstätten wie in Hinzert seien die richtigen Schulungsstätten für Menschen, um das zu zeigen, was die NPD will.

Volker Gallé, rheinhessischer Mundartdichter und Sänger begann mit einem Zuckmayer- Text zu Schinderhannes und sang ein nachdenkliches Lied dazu. Markus Pflüger sprach für das Bündnis gegen Rechts und die Arbeitsgemeinschaft Frieden. Er wies auf die Gefahren durch die NPD und auch die Möglichkeiten des Widerstandes hin. „ Wolthär “ alias Walter Liederschmitt, Treverer- Barde, sang vielsprachig über die braune Gefahr. Karl- Heinz Päulgen erinnerte als DGB Vorsitzender für die Region Trier und für die Einzelgewerkschaften eindringlich an die Erfahrungen aus der Geschichte, die Unfreiheit des Faschismus. Daniel Bratanovic von der AStA der Uni Trier appellierte mit Tamara Breitbach vom Netzwerk für Demokratie und Courage nicht nachzulassen gegen die Machenschaften der NPD anzugehen. Lieder vom Duo „Mannijo“ mit dem Moselfranken vom Mittelrhein Manfred Pohlmann und dem Lothringer Jo Nousse ermunterten viele Kundgebungsteilnehmer, so bei „ Bella Ciao “, mit zu singen. Burgard schloss die Kundgebung mit dem Appell, dass diese Kundgebung alleine nicht ausreicht und viele Bausteine notwendig sind.
Der Kundgebung schloss sich eine Informationsveranstaltung in der Gonzerather Schackberghalle an, zu der die angekündigten NPD- Mitglieder und deren Anhänger ausgeschlossen wurden. Tamara Breitbach vom Netzwerk für Demokratie und Courage machte Ausführungen zu ihrer Arbeit und der NPD. Über eine Stunde tauschten sich rund 400 Kundgebungsteilnehmer in ihren Meinungen aus und hörten verschiedene Vorschläge, wie es weiter gehen soll im Kampf gegen die NPD. Der Kauf des Hauses, eine Schulfhof- CD gegen die NPD, politisches Handeln im Sozialen und bei der Bildung wurden thematisiert. Am Ende eines erfolgreichen Tages – so wurde die Eröffnung des NPD- Hauses abgesagt und Geräte im Haus beschlagnahmt – waren alle Teilnehmer gestärkt in der Aussage: Kein Nazi- Zentrum in Gonzerath und anderswo! Deine Stimme, dein Protest gegen Rechts.

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