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Gegendemos in Germersheim und Speyer :

AntiFa/Migration

Germersheim, Speyer. 3.Oktober 2007. Gemeinsam mit der Grünen Jugend, den JungdemokratInnen - Jungen Linken und dem regionalen Arbeitskreis 9 der LandesschülerInnenvertretung beteiligten sich die Jusos Südpfalz mit weiteren Genossinnen und Genossen aus dem Landesverband am friedlichen Widerstand gegen die Neonazi-Aufmärsche in Germersheim und Speyer.

Ab 11 Uhr begann unser antifaschistischer Aktionstag in Germersheim mit einem friedlichen Fest "Germersheim ist lieber bunt" auf dem gut besuchten Kirchenplatz. Gemeinsam mit der AG gegen Rechts der IGS Kandel, mit denen wir schon am "Aktionstag gegen Rechts" am 6.Juli kooperiert hatten, breiteten wir das Banner "Gesicht zeigen - Deine Stimme gegen Rechts" zwischen zwei Bäumen aus, führten die gleichnamige Fotoaktion durch und verteilten die gemeinsamen Flyer von Jusos, Grüner Jugend, JungdemokratInnen - Junge Linke und RAK9, die auch in Landau und Speyer verteilt wurden.

Die vielen Menschen und farbigen Luftballons symbolisierten gut das Motto der Kundgebung, unterlegt von verschiedenen Redebeiträgen und Musik. In einer Seitenstraße sammelten sich dann langsam die Menschen, um den Neonazis zu zeigen, dass sie und ihre Ideologie nicht erwünscht sind. An einer Hauswand hatten die Rechten ein Hakenkreuz gesprayt, das wir mit einem "Deine Stimme gegen Rechts"- Plakat verdeckten.

Wir positionierten uns mit Banner und Fahnen auf der anderen Straßenseite, bevor die in ihrer Masse nicht unbedingt beeindruckenden Rechtsradikalen heranmarschierten. Von ihren Sprechchören war nicht sonderlich viel zu hören, da die zahlenmäßig weit überlegenen Gegendemonstrantinnen und - demonstranten lautstark dagegen hielten. Obwohl die Neonazis in nicht sehr weitem Abstand zu uns vorbeizogen, blieb es vergleichsweise ruhig, trotz vereinzelter Zwischenfälle.

Als die etwa 150 Rechten (nach eigenen Angaben) aus dem ganzen Bundesgebiet vorbeigezogen waren, bewegten wir uns in Richtung Kundgebungsplatz, wo die Abschottung durch die Polizei schon deutlicher zu spüren war. Gemeinsam mit anderen Antifaschistinnen und Antifaschisten und einer Gruppe jugendlicher Migrantinnen und Migranten protestierten wir weiter in lockerem Rahmen, bevor wir uns in Richtung Speyer aufmachten.

Die Anti- Nazi- Demo (laut Presse mit 1.000 Teilnehmern) war dort schon fertig und wir trafen uns mit unseren Genossinnen und Genossen auf der zentralen Kundgebung gegen Rechts auf dem Königsplatz. Nachdem wir uns beim Mexikaner um die Ecke gestärkt hatten, wollten wir auch in Speyer die Rechtsextremen lautstark begrüßen. Einige Polizeibeamte ließen unsere Gruppe jedoch nicht durch ein Tor - obwohl alle möglichen anderen Passantinnen und Passanten ohne Aufsehen durchgelassen wurden - und ließen auch nicht wirklich mit sich reden, wurden teilweise auch unfreundlich. Hier ist zu hinterfragen, bei allem Verständnis für die Anspannung und Auftragslage, ob so ein Umgang auch mit augenscheinlich friedlichen Demonstrationsteilnehmerinnen und - teilnehmern undbedingt deeskalierend wirkt. Wir mussten also um einen Häuserblock wandern um auf die andere Seite des Platzes zu gelangen und fragten uns, was das im Ergebnis für einen Unterschied machte.

Ein paar Polizistinnen und Polizisten schienen nach den wenigen Zwischenfällen in Germersheim jedenfalls sichtlich nervös und handelten nicht alle immer souverän. Zuerst wurden die GegendemonstrantInnen und - demonstranten auf einen Bürgersteig geordert, der dann beim Anmarsch der kleiner gewordenen Neonazi- Gruppe geräumt wurde, wobei dies auch nicht wirklich im freundlichen, kooperativen Umgang geschah. Die wirklichen friedlich auftretenden Gegendemonstrantinnen und Gegendemonstranten wurden teils unsanft in eine kleine Seitengasse gedrängt, ohne Rücksicht auf die zu engen Platzverhältnisse, sehr junge Teilnehmerinnen und Teilnehmer oder augenscheinlich gesundheitlich beeinträchtigter Personen (etwa mit Gips am Arm). Ein besonders unruhiger Polizeibeamter zögerte auch nicht lange, einen älteren Mann mehrfach mit seinem Schild zurück zu stoßen und man kann von Glück reden, dass es dank der friedlichen Gegenreaktionen nicht zur Eskalation kam.

Nachdem wir die Nazis lautstark verabschiedet hatten, war diesen wohl auch die Lust vergangen und sie sagten ihre geplante Kundgebung ab. Auch Speyer hatte gezeigt, dass die menschenfeindlichen Gedanken bei uns auf keinen fruchtbaren Boden fallen.

ZUM BERICHT AUF JUSOS-SUEDPFALZ.DE

BILDER

von Simon Lavo, Landeskommission Antifa/Inneres

 

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